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In den Startlöchern

Als die Gemeinde Wengi im Vorfeld des 750-Jahre-Jubiläums aufrief, Ideen zur Feier einzureichen, regte Rosmarie Hauert an, aus einer Erzählung von Hermann Hutmacher eine Theaterfassung zu erstellen und die Geschichte als Freilichtinszenierung darzubieten. Die Idee fand Anklang und ich erhielt den Auftrag die Sache an die Hand zu nehmen.
Hermann Hutmacher unterrichtete von 1925-1934 an der Oberstufe in Wengi. In dieser Zeit entstand sein Erstling:



„Der Göttibatze“

In dieser Erzählung berichtet er von Leuten und Begebenheiten aus unserem Dorf. Den älteren Jahrgängen in der Gemeinde sind die Hauptfiguren noch persönlich bekannt. In Wengi schrieb Hutmacher noch weitere Werke; für eine Theaterproduktion schien mir aber „Der Göttibatze“ am Besten geeignet. Was lag näher als eben diese Geschichte für unser Projekt zu beanspruchen? Nach Abklärungen der urheberrechtlichen Lage und Verträgen mit Nachkommen vom Autor und dem Verlag konnte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Theaterautor machen. In Marcel Reber fand ich ihn. Marcel ist Leiter und Autor vom Cabaret „Scherzgrenze“ in Laupen, verfasste eigene Bühnenstücke und Theaterfassungen von Romanen z. B. für die Freilichtbühne Moosegg „Eichbühlersch“ nach Simon Gfeller.
Nun arbeitet Marcel am „Göttibatze“.Ich bin gespannt auf das Resultat und freue mich auf die Umsetzung. Schon bald gehe ich auf die Suche nach spielfreudigen Schauspielerinnen und Schauspielern, die auch gewillt sind, einen ansehnlichen Teil ihrer Freizeit dem „Göttibatzen“ zu opfern.

Hermann Hutmacher

Geboren am 24.12. 1897 in Niederberg bei Obertal. Aufgewachsen in Gysenstein. Vater war Landwirt. Mutter führte den Dorfladen. Ausbildung zum Lehrer im Hofwil. 1918-25 Lehrer in Siehen (Eggiwil), Gesamtschule. 1925-34 Lehrer in Wengi. 1938-43 freier Schriftsteller. 1943-47 Zentralstelle für Kriegswirtschaft. 1948-49 Lehrer in Widimattgraben Walkringen. Ehrenpreis Erziehungsdirektion Kt. Bern. Literaturpreis Stadt Bern. Gestorben 3.1.65 in Bern
Seine Werke: 1936 „Göttibatze“, Erstling; 1940 „Peter der Einschlagbauer“; „Bauernstolz“; 1941 „Hubelfranz“; 1942 „Dür ds Hagelwätter“; 1947 „Doppelchrischte“,
„Rossbode Ueli“



Simon Gfeller äusserte sich zu Hutmachers ersten Erzählung: „Endlich wieder einer, der nicht psychologisiert und spinntisiert sondern erzählt. Mit diesem kurzen Urteil traf Gfeller den Nagel auf den Kopf. Erzählen heisst doch, Menschen darstellen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln. Menschen beschreiben – bei Hutmacher sind es meist Bauersleute – in ihren täglichen Freuden und Nöten. Und das tut Hutmacher und mehr noch: Dass er gelegentlich schmunzeln kann über menschliche Schwächen. (Aus „Wochenzeitung für das Entlebuch“)

Hans Bangerter


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